Parkinson
Klinische Studien

Bipark I & II (Opicapon)

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Opicapon wurden in zwei zulassungsrelevanten, multizentrischen, doppelblinden, randomisierten Phase-III-Studien untersucht: BIPARK I1 und BIPARK II2

10 min

#opicapon
#parkinson
#forschung

Erkenntnisse aus dieser Studie: 

Opicapon zeigte signifikante Verbesserungen in der OFF- und ON-Zeit im Vergleich zu Placebo1,2. Die Wirkung wurde ab der 13. Woche beobachtet und hielt ein Jahr lang an4.

Aufbau der Studie

Eingeschlossene Patienten:1,2

- Zwischen 30 und 83 Jahre alt

- Bestehende Parkinson-Diagnose mindestens drei Jahre vor der Aufnahme in die Studie

- Klinische Verbesserungen unter einer mind. 1-jährigen Levodopa-Behandlung

- Anzeichen für motorische End-of-dose-Fluktuationen über mind. 4 Wochen

Die zugelassene und erhältliche Dosis von Opicapon beträgt 50 mg. Die 5-mg-Dosis ist nicht zugelassen und die 25-mg-Dosis ist nicht verfügbar.

*Dosiserhöhung auf 50 mg Opicapon, wenn das "Wearing-OFF" nicht ausreichend kontrolliert wurde. Wenn zu starke dopaminerge Nebenwirkungen auftraten, wurde zunächst die Levodopa-Dosis angepasst. Erst wenn dies nicht ausreichte, wurde die Dosis von Opicapon reduziert.

DDCi, Dopamin-Decarboxylase-Inhibitor

Endpunkte

Primärer Endpunkt:

- Veränderung der absoluten OFF-Zeit vom Ausgangswert bis zum Endpunkt bewertet anhand von 24-Stunden-Tagebüchern der Patienten1,2

- BIPARK I: jede Dosis Opicapon wurde auf Überlegenheit gegenüber Placebo getestet1: bei positivem Ergebnis wurde auch auf Nicht- Unterlegenheit gegenüber Entacapon getestet1

Wichtige sekundäre Endpunkte:

Anteil der Patienten mit:

≥1 Stunde Verkürzung der absoluten OFF-Zeit1,2

≥1 Stunde Anstieg der absoluten ON-Zeit1,2

Studienergebnisse - Wirksamkeit

Die einmaltägliche Gabe von Opicapon führte zu einer signifikanten1 und klinisch bedeutsamen6 Reduzierung der OFF-Zeit:
- 60,8 Minuten weniger OFF-Zeit als bei Placebo.1
Opicapon zeigte in Bezug auf die Veränderung der OFF-Zeit im Vergleich zum Ausgangswert auch keine signifikante Unterlegenheit gegenüber Entacapon.1

Adaptiert nach Ferreira et al.1.
*p-Wert für Nicht-Unterlegenheitstest gegenüber Entacapon; **p-Wert für Überlegenheitstest gegenüber Placebo; Vollständiges Analyseset
SE, Standardabweichung

Opicapon erhöhte signifikant die ON-Zeit im Vergleich zu Placebo, ohne dass das Auftreten störender Dyskinesien signifikant zunahm.1
Adaptiert nach Ferreira et al.1
*p-Wert für Nicht-Unterlegenheitstest gegenüber Entacapon; **p-Wert für Überlegenheitstest gegenüber Placebo; Vollständiges Analyseset
SE, Standardabweichung

Unter Opicapon war der Anteil an Patienten, bei denen sich die OFF-Zeit um mehr als 1 Stunde gegenüber Placebo verkürzte, signifikant höher.1
Die Rate der OFF-Zeit-Responder war bei Opicapon zudem numerisch höher als bei Entacapon, jedoch war der Unterschied statistisch nicht signifikant.1
Adaptiertnach Ferreira et al.1
OFF-Zeit-Responder: Patienten mit einer Verkürzung der absoluten OFF-Zeit um mehr als 1 Stunde; ns = nicht signifikant; doppelblinde Patiententagebuchdaten aus dem vollständigen Analyseset

Die Bewertung mittels CGI-C und PGI-C zeigten signifikante Verbesserungen mit Ongentys® im Vergleich zu Placebo oder Entacapon (BIPARK I).1

Adapted from Ferreira, et al.1

Die Verbesserungen der motorischen Fluktuationen blieben bei den Patienten, die Opicapon für ein Jahr lang einnahmen, erhalten.7
Bei Patienten, die innerhalb eines Jahres von Entacapon auf Opicapon eingestellt wurden, ergab sich eine zusätzliche signifikante Reduktion der OFF-Zeit um 39,3 Minuten.7
Adaptiert nach Ferreira, et al.7
DB, doppelblind; ENT, Entacapon; LS, kleinstes Quadrat; OL, Open-Label; OPC, Opicapon; PLC, Placebo; SE, Standardabweichung

Opicapon führte zu signifikanten Verbesserungen der motorischen Fluktuationen in der ersten Behandlungswoche bei Patienten mit erst kürzlich aufgetretenen motorischen Fluktuationen gegenüber Placebo (gepoolte Analyse von BIPARK I und II).3

In Woche 1 reduzierte sich die durchschnittliche OFF-Zeit um -75 Minuten gegenüber Placebo (-23 Minuten; P<0,0001) und verbesserte sich bis zum Ende der Doppelblindphase weiter auf -120 Minuten (Woche 14-15) gegenüber Placebo (-55 Minuten; P<0,0001).
Adaptiertn ach Lees, et al.3
Patienten, bei denen motorische Fluktuationen seit ≤1 Jahr zu beobachten waren.
LS, kleinstes Quadrat; SE, Standardabweichung

Opicapon war bei Patienten mit erst kürzlich aufgetretenen motorischen Fluktuationen (≤1 Jahr) ebenso wirksam wie bei Patienten, deren motorische Fluktuationen bereits länger bestanden (>1 Jahr) (explorative Post-hoc-Analyse von BIPARK I und II).3,8
Adaptiert nach Ebersbach et al.8
Die Inzidenz von Dyskinesien war bei Patienten mit kürzlich aufgetretenen MF geringer als bei solchen mit langjährigen MF.8
Patienten, bei denen die motorischen Fluktuationen vor ≤1 Jahr auftraten; Patienten mit Beginn der motorischen Fluktuation vor >1 Jahr
LS, kleinste Quadrate; SE, Standardabweichung; MF, motorische Fluktuationen

Opicapon verbesserte numerisch sowohl die OFF- als auch die ON-Zeit gegen über Entacapon (Post-hoc-Analyse).5
Adaptiert nach Ferreira, et al.⁵
COMT, Catechol-O-Methyltransferase; LS, kleinstes Quadrat; SE, Standardabweichung

Studienergebnisse - Sicherheit

Opicapon hat ein allgemeingünstiges Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil1–9.

Die meisten UE waren leicht oder mittelschwer.1–3

Dyskinesie war das häufigste UE, hatte aber nur geringe Auswirkungen auf den Abbruch der Behandlung.1,2

In den offenen Verlängerungsstudien ergaben sich keine neuen Sicherheitsbedenken bzgl. der Langzeitanwendung von Opicapon.3

Schwere Diarrhöe, wie von anderen COMT-Hemmern berichtet, wurde bei Opicapon nicht beobachtet.3

Im Gegensatz zu Tolcapon4 ist bei Opicapon keine Überwachung der Leberfunktion erforderlich.2

Weniger Urinverfärbung3als bei Entacapon.5

Adaptier tnach Lees, et al.3
*UE dargestellt nach dem System des Medical Dictionary for Regulatory Activities (MedDRA) anhand Organklasse und Häufigkeit. Häufigkeitskategorien sind definiert als: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), selten (≥ 1/1 000 bis < 1/100), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (kann anhand der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden); Gepoolte BIPARK I- und II-Sicherheitsdaten. Zeitliches Profil (Auftreten und kumulative Raten) von UE während der placebo kontrollierten Phase
UE, Unerwünschte Ereignisse; TEAE, Treatment-Emergent Adverse Event

Adaptiertnach Lees, et al.3
*UE dargestellt nach dem System des Medical Dictionary for Regulatory Activities (MedDRA) anhand Organklasse und Häufigkeit. Häufigkeitskategorien sind definiert als: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), selten (≥ 1/1 000 bis < 1/100), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (kann anhand der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden); UE, Unerwünschtes Ereignis; TEAE, Treatment-Emergent Adverse Event

Adaptiert nach Lees, et al.3
*UE dargestellt nach dem System des Medical Dictionary for Regulatory Activities (MedDRA) anhand Organklasse und Häufigkeit. Häufigkeitskategorien sind definiert als: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), selten (≥ 1/1 000 bis < 1/100), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (kann anhand der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden); UE, Unerwünschtes Ereignis; TEAE, Treatment-Emergent Adverse Event

Adaptiert nach Lees, et al.3
*UE dargestellt nach dem System des Medical Dictionary for Regulatory Activities (MedDRA) anhand Organklasse und Häufigkeit. Häufigkeitskategorien sind definiert als: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), selten (≥ 1/1 000 bis < 1/100), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (kann anhand der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden); UE, Unerwünschtes Ereignis; TEAE, Treatment-Emergent Adverse Event

1. Ferreira JJ, et al. Lancet Neurol 2016;15:154-65;  

2. Lees AJ, et al. JAMA Neurol 2017;74:197-206;  

3. Ferreira JJ, et al. Neurology 2018;90:e1849-57: 

4. Ebersbach G, et al. Mov Disord 2020;35(Suppl 1):S444 (Abstract 993);  

5. Ferreira JJ, et al. Parkinsonism Relat Disord 2020;79:e61. Abstract A210; 

6. Hauser RA, Auinger P, on behalf of the Parkinson Study Group. Mov Disord 2011;26:813-18. 

7. Lees A, et al. Expert Rev Neurother 2017;17(7):649-659; 

8. Ebersbach G, et al. Eur J Neurol 2020;27(Suppl 1):659 (abstract EPO1224). 

9. Lees A, et al. J Parkinsons Dis 2019;9:733-40. 


ON/DEC23/DE/004

Datum der Erstellung: Dezember 2023

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